Kronen Zeitung

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N. Niederacher, J. Mülleder

29. Juli 2026

„Wir dürfen nach Aufstieg nicht übermütig werden“

FC Wacker Innsbruck gehört zum Netzwerk von Los Angeles FC. Die „Krone“ sprach mit Geschäftsführer International Lukas Grether.

Herr Grether, LAFC hat im Mai 99 Prozent der „Schwarz-Grün Sport GmbH“ übernommen. Was bedeutet das für Wacker? 

Mit dem Aufstieg in die 2. Liga muss man alleine aus Lizenzgründen eine Ausgliederung durchführen, die vor allem der weiteren Professionalisierung des Profibereichs dient. Die Arbeit wird sich jetzt nicht grundsätzlich von den vergangenen drei Jahren unterscheiden. 

Sind Sie jetzt also der heimliche Boss? 

Nein. Ich sehe mich als Bindeglied zwischen LAFC und Innsbruck, Zeitunterschied und Distanz nach Los Angeles sind doch sehr groß. Wir sitzen im gleichen Boot und wollen gemeinsam, dass der Verein langfristig und nachhaltig erfolgreich ist. 

Wer hat bei wichtigen Entscheidungen das letzte Wort? 

Wir treffen die Entscheidungen gemeinsam, nur dann können wir auch alle dahinterstehen. Der Erfolg der vergangenen drei Jahre war deshalb möglich, weil wir die Entscheidungen gemeinsam getroffen haben. 

Wacker ist in der 2. Liga zurück im Profi-Fußball. Was sind die nächsten Ziele? 

Der Aufstieg war ein Meilenstein und nicht das Endziel. Wir müssen aber realistisch sein und sehen, wo wir vor drei Jahren noch waren. Nämlich in der fünften Liga. Für uns geht es jetzt darum, nachhaltig weiterzuwachsen. Wir möchten uns sportlich, organisatorisch und wirtschaftlich entwickeln.
 
Nach dem Durchmarsch mit drei Titeln träumen viele Fans von der Bundesliga ... 

Das ist das große Ziel. Es ist aber ganz wichtig, dass wir nicht übermütig werden. Für uns ist das ein extrem großer Schritt. Die Geschichte des FC Wacker hat gezeigt, wie wichtig nachhaltige Entwicklung ist – und dass wir gut daran tun, jetzt auf dem Boden zu bleiben. 

Man munkelt, dass Wacker nun ein Budget von rund 6 Millionen Euro hätte ... 

Zu Zahlen möchte ich mich nicht äußern. Die 2. Liga hat aber andere finanzielle Anforderungen wie der Amateurfußball. Natürlich hat das auch Auswirkungen auf das Budget. Uns geht es jetzt nicht darum, einfach nur extrem viel Geld zu investieren, sondern wir wollen schrittweise und nachhaltig wachsen. 

Der LAFC tritt in Tirol als Investor auf. Wie viel US-Geld steckt in Wacker? 

In den vergangenen drei Jahren wären die Erfolge ohne die finanzielle Unterstützung aus Los Angeles nicht möglich gewesen. Aber auch da wollen wir uns unabhängiger machen. Wacker soll beim Ticketing und Sponsoring wachsen. Unser Ziel ist, dass der Verein wirtschaftlich Jahr für Jahr stärker auf eigenen Beinen stehen kann – da sind wir auf einem guten Weg. Man kann stolz sein, welch extreme Begeisterung es hier für den Klub gibt. 

Mit Adrian Wibowo und Matthew Evans sind zwei LAFC-Spieler neu im Kader. Kommen noch weitere? 

Wacker ist kein Farmteam. Es geht immer darum, dass Spieler den Verein besser machen. Wir wollen auch einen großen Anteil an Tirolern in der Mannschaft haben, um die lokale Identität aufrechtzuerhalten. Wir haben drei Spieler aus der Akademie Tirol dabei.

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