Tiroler Tageszeitung

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Alex Gruber

2. Oktober 2026

Neidvoller Blick über den Brenner

Das Testspiel zwischen dem FC Südtirol und FC Wacker Innsbruck lässt einen heute (11 Uhr/Eppan) auch wieder über den Brenner blicken. Die Schwarz-Grünen gastieren beim Tabellenzweiten der Serie B.

Mit elf Zählern aus den ersten fünf Spielen hat der FC Südtirol einen zauberhaften Saisonstart hingelegt. Dabei blieb beim Verein, der seine Heimspiele in Bozen im Drusus-Stadion (Fassungsvermögen 5500 Zuschauer) austrägt, in der Sommerpause kein Stein auf dem anderen. Mit dem erst 30-jährigen Matteo Lovisa wurde ein neuer Sportdirektor bestellt, der auch gleich einen neuen Trainer holte: Davide Possanzini (50) war über viele Jahre (2016 bis 2022) bei Palermo, Benevento, Sassuolo und Schachtar Donezk Co-Trainer von Roberto De Zerbi, der aktuell in der Premier League bei Tottenham werkt. 

„Es gibt kein Mauern und Kontern wie früher mehr. Jetzt ist es eher ein Tiki-Taka-Fußball mit viel Ballbesitz“, erklärt Alexander Raffeiner, Fußballexperte bei den Dolomiten, wie sehr sich der Spielstil mit 18 Neuerwerbungen – gleich 16 Spieler wurden auch abgegeben – verändert hat. 

Dreifaches Wacker-Budget 

Der FC Südtirol darf in der zweiten italienischen Spielklasse als Gesamtverein auf ein jährliches Budget von ca. 18 Millionen Euro bauen, das ist das Dreifache des FC Wacker (6) und Zweieinhalbfache von Tirols Bundesligist WSG Tirol (7,5). U21-Teamspieler Raphael Kofler wurde im Sommer per Leihe an Erstligist Cagliari Calcio abgegeben, bei bestimmten Bedingungen wird im kommenden Sommer eine fixierte Ablöse von drei Millionen Euro fällig. Der in Meran geborene Verteidiger ist erst der 20. Südtiroler, dem der Sprung in die Serie A gelungen ist. Der Gesamt-Kaderwert des FC Südtirol wird mit 24,6 Millionen Euro taxiert, als wertvollster Spieler sticht dabei die 20-jährige Como-Leihgabe Fabio Rispoli (6 Mio.) ins Auge). Auch da kommen der FC Wacker (Kaderwert 4,5 Mio. Euro) und die WSG Tirol (9) bei Weitem nicht mit. Als Hauptsponsor scheint Duca (Duschkabinen) auf, bierige Unterstützung (Forst) ist auf Premium-Ebene auch gegeben. Gespielt wird im Trainingszentrum in Eppan, das mit fünf Plätzen jeden in Nordtirol vor Neid erblassen lässt. In der Vergangenheit bereitete sich dort auch das deutsche Nationalteam auf Großereignisse vor. 

Fans: Klarer Vorteil Wacker 

Was den Fansektor betrifft, hat der FC Wacker als gestandener Traditionsverein einen ganz klaren Vorteil. Der FC Südtirol kämpft auf italienischem Boden noch um den Zuspruch aus Bozen und der Umgebung. Die Situation ähnelt jener, mit der die WSG Tirol auswärts im Tivoli-Stadion konfrontiert ist. Aber auch das soll sich im Laufe der kommenden Jahre ändern. Das Drusus-Stadion ist auf jeden Fall einen Besuch wert: Das nächste Serie-B-Heimspiel des FCS steigt dort am 10. Oktober gegen den Tabellenfünften aus Ascoli.

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