Tiroler Tageszeitung

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Florian Madl, Daniel Lenninger

14. Oktober 2026

Das Westderby im Lebenslauf

Sie spielten für beide Erzrivalen: Fußballer wie Sammy Koejoe, Roland Kirchler, Pascal Grünwald oder Fabian Schumacher-Andre kennen die Rivalität zwischen dem FC Wacker und Austria Salzburg bestens.

Das ausverkaufte Zweitliga-Westderby zwischen dem FC Wacker und Austria Salzburg zieht in seinen Bann. Nur nach Amsterdam scheint es sich noch nicht herumgesprochen zu haben, welcher Hit am Freitag (20.30 Uhr) im Tivoli-Stadion steigt. Wackers Torjäger-Legende Sammy Koejoe wusste in seiner Heimat von nichts. Im Kreis jener Kicker, die sowohl für Wacker als auch für Austria Salzburg aufliefen, bildet er wohl die Ausnahme. Ein exemplarischer Auszug: 

Sammy Koejoe: 2002 wechselte der Niederländer zur SPG Wattens/Wacker. Seine Vergangenheit beim Erzrivalen scheint kein Problem gewesen zu sein. Koejoes Grinsen hörte sich gestern ähnlich an wie zu seinen besten Knipser-Zeiten in Innsbruck: „Ich bin mir nicht sicher, ob die Fans das mit Salzburg gewusst haben. Oder ich habe ihnen schnell den Mund zugemacht – weil ich gleich getroffen habe.“ Der Publikumsliebling schoss Wacker von der Westliga in die Bundesliga. 

Eine Parallele zur aktuellen Wacker-Ära, die ebenfalls im Unterhaus neu begann? „Wegen der super Fans hat es sich schon damals nie nach Amateurfußball angefühlt. Ich wünsche mir, dass der Wacker zurück in die Bundesliga kommt.“ Am Freitag hält er zu Tirol: „Was ich dort erlebt habe, habe ich bei keinem anderen Club erlebt.“ Und der große Trumpf sei der 12. Mann. 

Manche Erinnerungen sind verblasst. So konnte sich der als Spielerberater noch mit dem Fußball verbundene 52-Jährige – Tochter Aaliyah wohnt in Innsbruck – nur bruchstückhaft an das Schwein erinnern, das im Jahr 2003 mit violettem Schal über den Rasen flitzte. 

Roland Kirchler: Brisant, dass beim Erzrivalen ein Tiroler Sportdirektor fungiert, der zwischen 2000 und 2002 drei Meistertitel mit dem FC Tirol holte. Später lief der Wattener zwei Jahre für Salzburg auf. Wofür beide Vereine stehen? „Tradition, Emotion, Titel, große Fan-Gemeinden, coole alte, volle Stadien. Es war toll, bei beiden Vereinen zu spielen.“ Was Kirchler nicht versteht: „Vor Jahren waren wir befreundet, jetzt ist man verfeindet und bekämpft sich.“ 

Pascal Grünwald: Deutlich länger stand der Schlussmann zwischen Tiroler als Salzburger Pfosten: „Zwei Traditionsvereine aus dem Westen, denen es gelungen ist, die Hauptstadtclubs zu ärgern. Beide haben begeisterungsfähige Fans und ihre Glanzzeiten hinter sich.“ 

Fabian Schumacher-Andre: Für Salzburg spielte der Goalie nur im Nachwuchs. Welche Emotionen das Westderby auslöst, erlebte er bei Wacker II 2010 mit: Ihm wurde nach einem 3:1-Sieg ein an einer Stange befestigter Sauschädel in die Hand gedrückt: „Ich will das Thema nicht mehr zu sehr beleuchten. Es war nicht mein hellster Moment – ich habe mich in der Emotion hinreißen lassen. Nach vielen Jahren muss es aber auch einmal gut sein.“ 

Wolfgang Hupfauf: Der Sportliche Leiter des FC Stubai wechselte in den 80er-Jahren von Innsbruck nach Salzburg. Der 9:0-Sieg der Tiroler (1982) blieb ihm besonders in Erinnerung: „An Ausschreitungen kann ich mich nicht erinnern. Es war eine gesunde Rivalität.“ 

Florian Rieder: Die Gegenwart führt auch zu Florian Rieder. Nach Handbruch kämpft er noch darum, Salzburg und fünf weitere Tiroler Landsmänner als Kapitän auf das Feld zu führen: „Gerade in Salzburg merkt man, dass abseits von Red Bull die Bevölkerung stark mit der Austria-Tradition verbunden ist“, erzählt er. An das Tivoli hat er prägende Erinnerungen, die mit Wacker-Trainer Sebastian Siler verbunden sind: „Vor meinem ersten Profitor war ich mit Sebi beim Aufwärmen und er sagte, dass ich jetzt treffe. So war es auch.“

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