Das „Old Firm“ in Glasgow, „El Clásico“ in Spanien, das Revierderby zwischen Schalke und Dortmund, das Wiener Derby und am Freitag das Westderby zwischen Wacker und Salzburg: Lokal-Duelle und ihre ewige Magie.
Wenn am Freitag der FC Wacker und Austria Salzburg im Tivoli (20.30 Uhr) aufeinandertreffen, liegt dem Duell auf Tradition beruhende Rivalität zugrunde. „Eigentlich mochten wir uns immer, aber mittlerweile bekämpfen sich die beiden Lager. Mir ist das ein Rätsel“, meinte kürzlich Roland Kirchler, Tiroler Ex-Nationalspieler, Sportdirektor bei der Salzburger Austria und sowohl bei den Violetten als auch in Innsbruck eine Vereinslegende. Warum lockt ein Zweitliga-Match von Teams, die kaum Titelchancen haben, 16.100 Zuschauer an? Warum schmähen sich Fans, die sich einst mochten? Und warum birgt das Tiroler Cup-Derby mit der WSG zwei Wochen später kaum Brisanz?
Woher kommt der Begriff Derby? Die Engländer sprechen es als „Darbi“ aus, wir als „Dörbi“, gemeint ist dasselbe: das Aufeinandertreffen zweier Lokalrivalen. Historisch geht der Begriff vermutlich auf das Shrovetide-Fußballspiel in der englischen Grafschaft Derbyshire zurück: Seit dem 12. Jahrhundert trugen die Einwohner Ashbournes am Faschingsdienstag ein rüdes Volksmatch zwischen zwei Hälften des Ortes aus.
Welche sind die ältesten Derbys? Das Sheffield-Derby am 26. Dezember 1860 gilt im Fußball offiziell als das älteste Derby der Welt, am 8. September 1911 gewann Rapid das erste offizielle Wiener Derby (mittlerweile 350 Pflichtspiel-Duelle). Das allererste Westderby zwischen dem FC Wacker Innsbruck und Austria Salzburg fand am 9. September 1961 statt: In der ersten Runde des ÖFB-Cups siegten die Violetten knapp mit 4:3. Die Bilanz des FC Wacker Innsbruck (inkl. SSW, aber ohne FC Tirol): 80 Spiele, 38 Tiroler Siege, 24 für Salzburg, Torverhältnis 137:97.
Was liegt der erbitterten Rivalität zugrunde? Die Fanszenen in Innsbruck und Salzburg, einst als „Westfront“ vereint, verband die Abneigung gegen Wien. 1977 wurden gar zwei Innsbrucker Europacupspiele im alten Stadion Lehen ausgetragen, gegen Basel und Celtic Glasgow brannte buchstäblich die Hütte. Im Fußball-Magazin ballesterer wird der 9. April 1991, der Tag des Cup-Achtelfinales, als Wendepunkt ausgemacht: 2:3-Heimniederlage der Tiroler im Tivoli, Auseinandersetzungen, ein Salzburger Platzsturm und der Hype um die Europacuperfolge der Austria führten zur Zäsur.
Wie ging es weiter? Red-Bull-Einstieg in Salzburg, Neuanfang bei der Austria. Die Violetten gibt es seit 1933, man feierte 1993/94, 1994/95 und 1996/97 drei Meistertitel. Der FC Wacker wurde durch zwei Konkurse (2002, 2022) aus der Bahn geworfen. Am schwarz-grünen Selbstverständnis (Gründungsjahr je nach Archiv 1914 oder 1915, 10 Meistertitel) änderte das nichts, auch nicht an der gegenseitigen Abneigung der West-Klubs.
Was waren die Derby-Aufreger? Am 8. April 2003 schickten Fans des damaligen Regionalligisten FC Wacker im Cup gegen Bundesligist Salzburg ein Ferkel mit violettem Schal aufs Feld, 11.000 Fans sahen die Verfolgungsjagd der sechs Ordner. Am 28. August 2015 kam es beim Zweitliga-Duell in Schwanenstadt (OÖ) zum Geisterspiel. Behörden untersagten ein reguläres Match, nachdem Wacker-Fans gedroht hatten: „Egal ob Maxglan, Siezenheim oder Schwanenstadt – bei Sonnenuntergang machen wir die Austria platt!“
Was ist am Freitag zu erwarten? Das erste ausverkaufte Spiel seit über einem Jahr – im Gegensatz zum Cup-Duell mit der WSG Tirol (28.10.) allerdings ein Hochrisikospiel. 16.100 Tickets sind weg (etwas weniger aufgrund der Sicherheitskorridore), die Gastronomie darf sich auf einen Feiertag einstellen (geschätzte 140.000 Euro), Wacker Innsbruck rechnet mit einem Tagesumsatz von in Summe knapp 300.000 Euro. Allein aufgrund der Sicherheit (80 Polizisten, Security etc.) im Stadion und der Fixkosten (Miete 20.000 Euro) reduziert sich der Betrag um 100.000 Euro. Kosten außerhalb des Tivoli hat der FC Wacker nicht zu tragen.
Wie sieht es am Freitag außerhalb des Tivoli aus? Die Salzburger Austria kündigte vom Fennerareal ausgehend einen Fanmarsch (18 Uhr) zum Tivoli an (Rückmarsch 22.45 Uhr), der FC Wacker reagierte auf diese in Fankreisen unübliche Aktion mit einem Fanmarsch vom Stadtturm (Treffpunkt Lokale Goldenes Dachl 15 Uhr, Start 17 Uhr). 400 Polizisten, auch aus anderen Bundesländern, sollen zum geregelten Ablauf beitragen.
Woher kommt der Begriff Derby? Die Engländer sprechen es als „Darbi“ aus, wir als „Dörbi“, gemeint ist dasselbe: das Aufeinandertreffen zweier Lokalrivalen. Historisch geht der Begriff vermutlich auf das Shrovetide-Fußballspiel in der englischen Grafschaft Derbyshire zurück: Seit dem 12. Jahrhundert trugen die Einwohner Ashbournes am Faschingsdienstag ein rüdes Volksmatch zwischen zwei Hälften des Ortes aus.
Welche sind die ältesten Derbys? Das Sheffield-Derby am 26. Dezember 1860 gilt im Fußball offiziell als das älteste Derby der Welt, am 8. September 1911 gewann Rapid das erste offizielle Wiener Derby (mittlerweile 350 Pflichtspiel-Duelle). Das allererste Westderby zwischen dem FC Wacker Innsbruck und Austria Salzburg fand am 9. September 1961 statt: In der ersten Runde des ÖFB-Cups siegten die Violetten knapp mit 4:3. Die Bilanz des FC Wacker Innsbruck (inkl. SSW, aber ohne FC Tirol): 80 Spiele, 38 Tiroler Siege, 24 für Salzburg, Torverhältnis 137:97.
Was liegt der erbitterten Rivalität zugrunde? Die Fanszenen in Innsbruck und Salzburg, einst als „Westfront“ vereint, verband die Abneigung gegen Wien. 1977 wurden gar zwei Innsbrucker Europacupspiele im alten Stadion Lehen ausgetragen, gegen Basel und Celtic Glasgow brannte buchstäblich die Hütte. Im Fußball-Magazin ballesterer wird der 9. April 1991, der Tag des Cup-Achtelfinales, als Wendepunkt ausgemacht: 2:3-Heimniederlage der Tiroler im Tivoli, Auseinandersetzungen, ein Salzburger Platzsturm und der Hype um die Europacuperfolge der Austria führten zur Zäsur.
Wie ging es weiter? Red-Bull-Einstieg in Salzburg, Neuanfang bei der Austria. Die Violetten gibt es seit 1933, man feierte 1993/94, 1994/95 und 1996/97 drei Meistertitel. Der FC Wacker wurde durch zwei Konkurse (2002, 2022) aus der Bahn geworfen. Am schwarz-grünen Selbstverständnis (Gründungsjahr je nach Archiv 1914 oder 1915, 10 Meistertitel) änderte das nichts, auch nicht an der gegenseitigen Abneigung der West-Klubs.
Was waren die Derby-Aufreger? Am 8. April 2003 schickten Fans des damaligen Regionalligisten FC Wacker im Cup gegen Bundesligist Salzburg ein Ferkel mit violettem Schal aufs Feld, 11.000 Fans sahen die Verfolgungsjagd der sechs Ordner. Am 28. August 2015 kam es beim Zweitliga-Duell in Schwanenstadt (OÖ) zum Geisterspiel. Behörden untersagten ein reguläres Match, nachdem Wacker-Fans gedroht hatten: „Egal ob Maxglan, Siezenheim oder Schwanenstadt – bei Sonnenuntergang machen wir die Austria platt!“
Was ist am Freitag zu erwarten? Das erste ausverkaufte Spiel seit über einem Jahr – im Gegensatz zum Cup-Duell mit der WSG Tirol (28.10.) allerdings ein Hochrisikospiel. 16.100 Tickets sind weg (etwas weniger aufgrund der Sicherheitskorridore), die Gastronomie darf sich auf einen Feiertag einstellen (geschätzte 140.000 Euro), Wacker Innsbruck rechnet mit einem Tagesumsatz von in Summe knapp 300.000 Euro. Allein aufgrund der Sicherheit (80 Polizisten, Security etc.) im Stadion und der Fixkosten (Miete 20.000 Euro) reduziert sich der Betrag um 100.000 Euro. Kosten außerhalb des Tivoli hat der FC Wacker nicht zu tragen.
Wie sieht es am Freitag außerhalb des Tivoli aus? Die Salzburger Austria kündigte vom Fennerareal ausgehend einen Fanmarsch (18 Uhr) zum Tivoli an (Rückmarsch 22.45 Uhr), der FC Wacker reagierte auf diese in Fankreisen unübliche Aktion mit einem Fanmarsch vom Stadtturm (Treffpunkt Lokale Goldenes Dachl 15 Uhr, Start 17 Uhr). 400 Polizisten, auch aus anderen Bundesländern, sollen zum geregelten Ablauf beitragen.
