Tiroler Tageszeitung

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A. Gruber, F. Madl, D. Lenninger

30. Oktober 2026

Das Spiel verdiente keinen Verlierer

Noch hallt das Tiroler ÖFB-Cup-Viertelfinale, das Elfer-Drama mit einem glücklichen Sieger WSG und einem betrübten FC Wacker nach. Sieger waren am Ende alle – Sieger der Herzen jedenfalls.

Zwei Wochen ist es her, dass der FC Wacker das Westderby gegen Austria Salzburg mit 0:1 verlor. Wie beim Tiroler Cup-Duell am Mittwoch waren über 16.000 Fans im Tivoli. Doch die jüngste Niederlage des zwischenzeitlich überlegenen Zweitligisten FC Wacker gegen die am Ende im Elferschießen glücklichere WSG Tirol (5:6/2:2 n. V.) glich der ersten keineswegs – statt Enttäuschung verspürten die Fans beider Lager Stolz. Einige Protagonisten brannten sich in die Köpfe der Anhänger ein. 

Unglücksrabe I: „Ich bin unglaublich stolz auf ihn, das ist in seinem Alter außergewöhnlich“, lobte Wacker-Trainer Sebastian Siller den 19-jährigen Natterer Christopher Weinzierl. Auch am Tag nach dessen Elfer-Fehlschuss holte der Coach den Ex-Akademie-Kicker noch einmal zu sich in die Kabine: „Ich habe ihn umarmt und ihm gesagt, wie stolz ich auf ihn bin.“ Warum Routiniers wie Co-Kapitän Alexander Joppich oder Florian Kopp nicht antraten: „Sie sagten mir, dass sie kaputt waren.“ Kopp erklärte am Donnerstag der TT gegenüber: „Ich wäre nicht einmal zum Elfmeterpunkt gekommen.“ 

Unglücksrabe II: Der Ghanaer Bright Owusu hätte den Sack für den FC Wacker zumachen können und scheiterte an der Querlatte. Dagegen sah der Elfmeter von Thomas Goiginger (WSG) geradezu leichtsinnig aus. Ein Trugschluss, wie der Salzburger gestern feststellte: „Natürlich schaut so etwas schlecht aus, aber ich habe meine letzten drei, vier Elfer immer so geschossen, und die waren alle drin. Zum Glück haben wir Salko (Hamzic, Anm.).“ Seine Konsequenz für die Zukunft: „Ich gehe auch zum nächsten Elfer wieder hin.“ 

Die Saubermacher: Wacker-Präsident Hannes Rauch bezeichnete den noch 20-jährigen Torhüter Juri Kirchmayr nach dessen Wechsel vom GAK als „Transfer-Coup“, mit drei gehaltenen Elfern bestätigte der ehemalige Nachwuchsspieler von VfL Wolfsburg das Vereinsoberhaupt. Der Kufsteiner hielt gestern fest: „Wir haben im Frühjahr eine Kaufoption, die werden wir auch ziehen. Für mich ist er der Beste in der zweiten Liga.“ 

Nicht anders fällt das Experten-Urteil über sein Gegenüber von der WSG Tirol, Salko Hamzic, aus. Auch der 20-jährige Bosnier, seit Kurzem auch Nationalteam-Tormann, hat drei Elfer gehalten. Für seinen Trainer Philipp Semlic ist klar: „Noch ist er ja bei uns, aber da wird eines Tages ein größerer Verein anklopfen.“ 

Die Joker: Thomas Sabitzer (WSG) und Gabriele Biancheri (FC Wacker) kamen und trafen – im Spiel und beim Elferschießen. Auch Murat Satin brachte als Wechselspieler frischen Wind und verkniff sich nach seinem Treffer im Shootout den Jubel. Zwischen 2017 und 2020 hat der 30-Jährige auch 47 Bundesliga-Spiele für den FC Wacker absolviert. 

Das galt übrigens auch für Lukas Hinterseer, dessen Deutschland-Karriere in Schwarz-Grün seinen Ausgang nahm, und Matthäus Taferner. Nicht jeder Wacker-Anhänger verzieh den beiden ihren Wattens-Wechsel. 

Die Youngster: Über Christopher Weinzierl, der vor seinem Elferfehlschuss den 2:2-Ausgleich mit einer mustergültigen Flanke vorbereitet hatte, stach der 19-jährige Stubaier Max Köchl aus Thomas Grumsers Akademie mit einem coolen Startelf-Auftritt ins Auge. Der Bruder von Amstetten-Spieler Felix Köchl (24) durfte 100 Minuten lang zeigen, dass ihm auf der rechten Außenbahn die Zukunft gehören könnte. 

Die Flügel: Brentford-Leihgabe Michael Olakigbe tauchte nach der mustergültigen Vorlage zum 1:0 und starker Anfangsphase bei der WSG ab. Die jungen Wacker-Flügel schlugen zurück: Der starke Südtiroler Adrian Lechl (21) bediente den Ötztaler Luis Gstrein (20) beim 1:1 maßgerecht. Ihre beiden Nachfolger (Owusu, Biancheri) untermauerten Wackers Qualitäten am Flügel.

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