Tiroler Tageszeitung

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Tobias Waidhofer

6. November 2026

Wenn Brüder im Sport daheim sind

Der FC Wacker gastiert heute (18.30 Uhr) in der 2. Liga beim SKU Amstetten. Auf die Familie Köchl wartet ein überaus besonderer Abend.

Es ist eine Frage, die sich an-bietet: Wer hat nun auf der rechten Seite die bessere Nummer zwei? Der SKU Amstetten oder doch der FC Wacker?

„Noch muss ich mich nennen\", grinst Felix Köchl (24), Rechtsverteidiger bei Amstetten. „Ich find\' natürlich, dass der FC Wacker die bessere Nummer zwei hat\", entgegnet Max Köchl

(19), Rechtsaußen beim Innsbrucker Traditionsclub.

Es ist ohnehin speziell, wenn zwei Brüder aus dem Stubaital plötzlich zu Gegnern werden. Wenn beide dann auch noch Rückennummer und Position teilen, macht es das umso bemerkenswerter.

„Es ist natürlich etwas ganz Besonderes\", sagt der fünf Jahre jüngere Max vor dem Duell am Freitag (18.30 Uhr). „Felix war einer der Gründe, warum ich überhaupt mit dem Fußball begonnen habe. Er hatte schon in meiner Jugend eine Vorbildfunktion für mich.\" Den lteren Bruder wundert es indes überhaupt nicht, dass der jüngere in seine Fußstapfen tritt: „Er ist im Kopf durch und durch Profi und investiert wahnsinnig viel.\"

In die Wiege gelegt 

Dass beide im Profi-Fußball angekommen sind, kommt nicht von ungefähr. Sport spielte bei den Köchls seit jeher eine zentrale Rolle. Papa Gerhard war in der Jugend Tennis-Staatsmeister und spielte zehn Jahre in der Staatsliga. Auch Mama Conny schwang regelmäßig das Racket. Schwester Hannah spielte Volleyball. „In einer Sportler-Familie sagt man den Kindern nie, dass etwas nicht funktionieren kann, weil es ohnehin so viele andere pro-bieren. Da geht es immer dar-um, es zu versuchen\", betonte Papa Gerhard. „Bei uns stand immer der Sport im Mittel-punkt, wir haben alles auspro-biert\", ergänzt der Physio-therapeut. Das bestätigt auch der Nachwuchs. „Sport war immer ein großes Thema bei uns\", weiß Felix. „Der Papa war unser erster Trainer.\"

Aufgezeigt haben in dieser Spielzeit beide schon: Max schaffte es zuletzt erstmals auf die Abrufliste des ÖFB-U21-Na-tionalteams, Felix zeigte unter anderem mit einem Hattrick gegen die Young Violets auf und hält bereits bei acht Sco-rerpunkten. Bei Amstetten teilt Köchl die Kabine übrigens mit zwei weiteren Tirolern: dem Ex-Wattener Yannick Vötter und dem Osttiroler Joshua Stei-ger. „Wenn wir nicht verstanden werden wollen, reden wir Tirolerisch\", scherzt Felix, der auch schon für den FC Wacker und den GAK auflief.

Keine Funkstille

Kontakt haben die beiden Brüder übrigens auch in der Spiel-tagswoche. „Wir schreiben regelmäßigạ erzählt Felix. Wurde auch eine Wette fixiert? „Nein, aber vielleicht gibt\'s noch eine\", lacht Max. Und vielleicht kann man nach dem Spiel die eingangs gestellte Frage besser beantworten: Wer hat denn nun die bessere Nummer zwei?

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